Dienstleistungen: Neustadt an der Donau

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Dienstleistungen

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Kooperative Klassen an Berufsschulen, Beantragung einer Förderung oder eines Kostenersatzes

Der Freistaat Bayern gewährt Schulaufwandsträgern für die Einrichtung und Durchführung von Klassen der Berufsvorbereitung und Berufsintegration eine Zuwendung bzw. erstattet die Kosten.

Beschreibung

Ziel ist die Vertiefung der beruflichen Orientierung und die Vermittlung von allgemeinbildenden und berufsbezogenen Kompetenzen. Über das Vollzeitangebot können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv dabei unterstützt werden, möglichst zeitnah einen Ausbildungsplatz oder einen anderen passenden Anschluss für sich zu finden. Eine äußere Differenzierung für die heterogene Zielgruppe wird durch verschiedene Formen des Berufsvorbereitungsjahres ermöglicht. Die Klassen des Berufsvorbereitungsjahres richten sich an berufsschulpflichtige junge Menschen, die keine Berufsausbildung absolvieren bzw. keine weiterführende Schule besuchen.

 Das Modell der Berufsintegration steht jungen Menschen zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr offen, die auf Grund mangelnder Kenntnisse der deutschen Sprache dem Unterricht in den regulären Klassen des Berufsvorbereitungsjahres nicht folgen können.

Die Berufsschulpflicht setzt nach dem Ende der Vollzeitschulpflicht ein (vgl. Art. 39 Abs. 1 BayEUG). Berufsschulpflichtige ohne Ausbildungsverhältnis erfüllen ihre Berufsschulpflicht (vgl. Art. 39 Abs. 1 BayEUG) grundsätzlich durch den Besuch eines Berufsvorbereitungsjahres. Für Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf stehen weitere Angebote an Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung zur Verfügung. 

Die Berufsschulpflicht beginnt in der Regel drei Monate nach Zuzug aus dem Ausland in dem Schuljahr, in dem das 16. Lebensjahr vollendet wird (= 16. Geburtstag).

Die Aufnahme als Berufsschulpflichtiger bzw. Berufsschulpflichtige erfolgt bei Zuzug aus dem Ausland dann grundsätzlich bis zum Ende des Schuljahres, in dem das 21. Lebensjahr vollendet wird (= 21. Geburtstag).

Darüber hinaus finden die Regelungen des Art. 39 Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) Anwendung.

Kommunale und private Schulen

  • Zuwendungsempfänger
    Zuwendungsempfänger können die Träger kommunaler oder privater Berufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung sein.

  • Art und Höhe der Zuwendung
    Die Zuwendung erfolgt
    • bei der Berufsintegrationsvorklasse (BIKV/k) mit bis zu 54.000 EUR je Klasse
    • bei der Berufsintegrationsklasse (BIK/k) und dem kooperativen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/k) mit bis zu 48.150 EUR je Klasse

Bei späterem Maßnahmebeginn erfolgt eine anteilige Kürzung der Förderung.

  • Zuwendungsfähige Kosten
    • Vergütung für Eigenpersonal einschl. Arbeitgeberanteile
    • Honorare für Fremdpersonal
    • Ausgaben für externe Kooperationspartner
    • Indirekte Kosten und Ausgaben

Staatliche Schulen

  • Erstattungsempfänger
    Erstattungsempfänger können die Schulaufwandsträger staatlicher Berufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung sein.

  • Art und Höhe der Erstattung
    Die Kosten werden
    • bei der Berufsintegrationsvorklasse (BIKV/k) mit bis zu 54.000 EUR je Klasse erstattet
    • bei der Berufsintegrationsklasse (BIK/k) und dem kooperativen Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/k) mit bis zu 48.150 EUR je Klasse erstattet
  • Erstattungsfähige Kosten
    • Vergütung für Eigenpersonal einschl. Arbeitgeberanteile
    • Honorare für Fremdpersonal
    • Ausgaben für externe Kooperationspartner
    • Indirekte Kosten und Ausgaben

Voraussetzungen

Zur Klassenbildung sind mindestens 16 Schülerinnen und Schüler erforderlich. Eine Unterschreitung der Schülermindestzahl kann durch die als Schulaufsicht zuständige Regierung genehmigt werden. Die Klassengröße soll auf Grund der besonderen Anforderungen die Zahl von 20 Schülerinnen und Schülern nicht übersteigen. Bei den kooperativen Klassenformen des Berufsvorbereitungsjahres werden ein Teil des Unterrichts und die sozialpädagogische Betreuung durch einen externen Kooperationspartner übernommen (dies kann ggf. auch Eigenpersonal des Schulaufwandsträgers sein).

Berufsintegrationsvorklasse (BIKV/k): Die wöchentliche Unterrichtszeit in der BIKV/k beträgt entsprechend der Stundentafel mindestens 27 Unterrichtsstunden (à 45 Minuten) pro Klasse. Die Schule erteilt hierzu 17 Jahreswochenstunden pro Klasse. Der Kooperationspartner bringt 20 Jahreswochenstunden (à 45 Minuten) pro Woche und Klasse ein. In Absprache mit der Schule sind Gruppenteilungen vorzunehmen, die beispielsweise im Teamteaching durchgeführt werden können.

Berufsintegrationsklasse (BIK/k) und kooperatives Berufsvorbereitungsjahr (BVJ/k): Die Schule bringt entsprechend der Stundentafel 22 Jahreswochenstunden pro Klasse ein. Der Kooperationspartner bringt 19 Jahreswochenstunden (à 45 Minuten) pro Woche und Klasse ein, in denen neben den oben genannten Inhalten vor allem eine zielgruppenbezogene Berufsvorbereitung (insbesondere durch betriebliche Praktika) angeboten werden. Eine flexible zeitliche Organisation der Angebote (z. B. Blockung von Praktika) ist möglich. In Absprache mit der Schule sind Gruppenteilungen vorzunehmen, die beispielsweise im Teamteaching durchgeführt werden können.

 

Pro Schülerin oder Schüler umfasst das Betriebspraktikum (oder die Betriebspraktika) insgesamt in der Regel mindestens 20 Unterrichtstage. In begründeten Fällen können die Schülerinnen und Schüler in Abstimmung mit der Schule auch während der Unterrichtsphasen dem Kooperationspartner zu Qualifizierungs- und Vermittlungsmaßnahmen oder zur sozialpädagogischen Betreuung zur Verfügung gestellt werden. Die Terminierung der Praktika wird in enger Abstimmung mit der Schule festgelegt. Ggf. müssen Praktika durch geeignete Maßnahmen ersetzt werden.

Eine Potenzialanalyse, die den auf der Internetseite des Berufsorientierungsprogramms (www.berufsorientierungsprogramm.de) abrufbaren Qualitätsstandards entspricht, ist vom Kooperationspartner durchzuführen. Erkennbare Potenziale und Förderempfehlungen sind für die SuS nachvollziehbar zu dokumentieren und in einem individuellen Reflexionsgespräch mündlich zu erläutern. Es sollte darüber hinaus sichergestellt werden, dass die Ergebnisse der Potenzialanalyse durch die Schule zur individuellen schulischen Förderung wie auch von der an der Schule tätigen Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften genutzt werden können, soweit dies rechtlich möglich ist.

Aufbauend auf der Potenzialanalyse sind Werkstatttage durchzuführen, die ebenfalls den Qualitätsstandards des Berufsorientierungsprogramms unter www.berufsorientierungsprogramm.de entsprechen. Während der Erprobung der einzelnen Berufsfelder (mindestens fünf Berufsfelder sind anzubieten) erhalten die SuS von den Ausbilderinnen und Ausbildern eine individuelle Rückmeldung. Anschließend folgt in Abstimmung mit der Schule die Vermittlung in regionale, betriebliche Praktika zur fachlichen und berufsbezogenen Förderung und weiteren Verbesserung der berufsbezogenen Sprachkompetenz.

 Ein sozialpädagogisches Betreuungskonzept ist in den Klassen der Berufsvorbereitung (inkl. Berufsintegration) vorzusehen. In der Regel wird die sozialpädagogische Betreuung durch den Kooperationspartner in enger Abstimmung mit der Berufsschule im Umfang von zehn bis fünfzehn Stunden gewährleistet.Der Kooperationspartner organisiert und finanziert im Rahmen seines Anteils der Maßnahme mindestens eine schulische Aktivität pro Klasse zur Förderung der Klassengemeinschaft mit einem geeigneten (erlebnispädagogischen) Programm. Bei der Angebotskalkulation wird für die Durchführung ein Betrag von pauschal 750,00 EUR pro Klasse angesetzt. Hiervon können z. B. Fahrtkosten, Eintrittsgelder und ggf. Übernachtungskosten bestritten werden.

Verfahrensablauf

1. Das Kultusministerium genehmigt nach Rücksprache mit der zuständigen Bezirksregierung die Einrichtung der Klasse.

2. Die Ausschreibung, Vergabe und Abwicklung des kooperativen Anteils des kooperativen Berufsvorbereitungsjahrs, der Berufsintegrationsvorklasse bzw. der Berufsintegrationsklasse erfolgen

  • bei kommunalen und privaten Berufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung durch den Schulaufwandsträger,
  • bei staatlichen Berufsschulen und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung durch den Schulaufwandsträger, sofern dieser diese Aufgabe auf freiwilliger Basis übernimmt, ansonsten – zu den fest vorgegebenen Terminen – zentral durch das Landesamt für Schule.

Ausschreibung und Vergabe erfolgen jeweils nach den geltenden Bestimmungen.

Über die Bewilligung entscheidet die zuständige Bezirksregierung bzw. das Bayerische Landesamt für Schule.

Für die Auszahlungen ist die zuständige Bezirksregierung bzw. das Bayerische Landesamt für Schule zuständig.

3. Der Antrag auf Förderung/Kostenersatz ist zusammen ist mit einer Kopie des Kooperationsvertrages schriftlich bei der örtlich zuständigen Bezirksregierung einzureichen. Der Antrag wird Ihnen auf Anfrage von der zuständigen Bezirksregierung übermittelt.

Hinweise

Hinweise zu den Kosten

Zuwendungs- bzw. erstattungsfähig sind ausschließlich die nachfolgend aufgeführten Ausgaben:

  • Vergütungen für Eigenpersonal einschließlich Arbeitgeberanteile: Für die Projektumsetzung erforderliche direkte Personalkosten des Trägers, z.B. für die sozialpädagogische Betreuung der Schüler durch Eigenpersonal des Trägers, können in Höhe der tatsächlich entstandenen, auf das Projekt entfallenden Kosten angesetzt werden. Reise- und Dienstreisekosten des Eigenpersonals können entsprechend dem Bayerischen Reisekostengesetz in der jeweils gültigen Fassung angesetzt werden.
  • Honorare für Fremdpersonal: Honorare für Bildungs- und Betreuungspersonal können im Umfang der tatsächlich entstandenen Kosten in angemessener Höhe angesetzt werden.
  • Ausgaben für externe Kooperationspartner: Bedient sich der Schulaufwandsträger bei der Durchführung des Projekts oder einzelner Projektbestandteile eines Dritten („Kooperationspartner“), so sind die hierfür getätigten Aufwendungen in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten in angemessener Höhe erstattungsfähig.
  • Indirekte Kosten und Ausgaben: Für die indirekten Kosten können pauschal 2,5 v. H. der erstattungsfähigen direkten Kosten angesetzt werden.

Fristen

Der Antrag auf Förderung ist zusammen mit einer Kopie des Kooperationsvertrages möglichst vor Beginn der Maßnahme, spätestens jedoch vier Wochen nach Maßnahmebeginn, schriftlich bei der zuständigen Bezirksregierung einzureichen.

Die Verwendung der Zuwendung ist innerhalb von vier Monaten nach Erfüllung des Verwendungszwecks, spätestens jedoch mit Ablauf des vierten auf den Bewilligungszeitraum folgenden Monats der Bewilligungsbehörde nachzuweisen.

Bei kommunalen Zuwendungsempfängern kann ggf. auch die Möglichkeit der Verwendungsbestätigung (sog. „einfacher Verwendungsnachweis“) nach Muster 4a zu Art. 44 BayHO Anwendung finden.

Erforderliche Unterlagen

  • Kopie des Kooperationsvertrages (ist mit dem Antrag einzureichen)
  • Verwendungsbestätigung (ist mit dem Verwendungsnachweis einzureichen)

Kosten

keine

Rechtsgrundlagen

  • Kultusministerielle Schreiben vom 10.05.2021: Deutschklassen an Berufsschulen im Schuljahr 2021/2022

Zuständiges Amt

Regierung von Niederbayern
Regierungsplatz 540
84028 Landshut
+49 871 808-01
+49 871 808-1002
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (siehe BayernPortal)
Stand: 06.05.2022

Infobereich