Burgen und Veste: Neustadt an der Donau

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Burgen und Veste

Hauptbereich

Die Burg Trephenau

Auf dem hochwasserfreien Areal der heutigen Altstadt lag bereits vor der Stadtgründung  im Jahre 1273 der Ort Trephenau.

Dieser Ort dürfte wegen seiner unregelmäßig Anlage  im Gegensatz zu den anderen drei wohl­durchplanten Stadtvierteln in der heutigen Lö­wengrube zu finden sein. Nach AVENTIN stand 1272 eine Burg Trephenau (Thraephunum ar­cem), die seinerzeit nun Neustadt genannt wird. 
Der Standort der Burg ist in der Südostecke der Stadtmauer zu suchen, also hier, wo sich auf der höchsten Erhebung Neustadts die heutige „Auer­Villa“ befindet.

Grund der Erbauung ist sicherlich verkehrsgeographisch bedingt, da der Ort im Schnitt­punkt zweier wichtiger Handelswege lag. Möglich ist aber auch, dass die Burg von den Wit­telsba­chern als Gegenpol zur „Birg bei Wöhr“ erbaut wurde, was für eine Errichtung noch vor 1200 spräche. 1166 bis 1467 treten verschiedene Vertreter der Familie der „Trephe­nauer“ in Ur­kunden und Klostertraditionen in Neustadt auf. Jedoch kann über das genaue Alter, das Aus­sehen und über die Besitzverhältnisse nur spekuliert werden.

Eduard Albrecht, Stadtheimatpfleger

Die "Birg" von Wöhr

Unweit der B299 südwestlich von Wöhr liegt der Überrest einer Burg­anlage. Diese Stelle wird heute noch Birg, Beutel­burg oder Schlössl genannt. Die noch erkennbare Kuppe, mit einem Durchmes­ser von ungefähr 60 Me­tern, wird im Süden und Südosten von einem Graben umge­ben, Restspuren eines Wall-Grabensystems sind auch noch auf der Nordwest­seite er­kennbar.

Einer schriftlichen Überlieferung von 1848 nach, heißt es: „Die Burg bei Wöhr in dem Über­schwem­mungsgebiet der Donau ist ein runder, nicht sehr ho­her, mit einem Graben umgebener Hügel, dessen kreisrunde Fläche etwa 200 Fuß im Durchmesser hat. Auf demselben stand ein gemauertes Gebäude, wie die noch sichtbaren Fundamentmauern zei­gen.“

Eine neuere Interpretation beschreibt die Anlage in Form einer Acht, die von ei­nem Graben ein­gesäumt wurde. Vorburg und Hauptburg waren zusätzlich mit Wällen gesi­chert und ebenfalls durch einen Graben getrennt.

Die Errichtung erfolgte wahr­scheinlich im 12./13. Jahr­hundert und steht in Verbindung zu einem voll­freien Edelge­schlecht, wel­ches aus den Herren von Sittling hervorgegangen, sich nach Wöhr bzw. Werde benannte.

Der Erbauer der Burg war allem An­schein nach Gott­fried I. von Wöhr, der bereits zwischen 1118 und 1147 urkund­lich er­scheint. Die Herren von Wöhr wa­ren Gefolgsleute des Herzogs. Mit Otto von Wöhr, der vermutlich 1217 an einem Kreuzzug teilnahm, erlosch dieses Ge­schlecht und die Besit­zungen fielen an Herzog Ludwig von Bayern.

Burg und Eigenbesitz der Herren von Wöhr gin­gen also auf die Wittelsbacher über, die dar­aus, laut ältes­tem Herzogsurbar aus dem Jahr 1231/34, das „amte ze Werde“ bildeten. Die „Birg“, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel, verdankt ihr Entstehen si­cher ihrer Lage zum nahen Donauübergang und der Nähe wichtiger Handels­straßen. Durch Do­nauverlage­run­gen und damit verbunden Straßenverlegungen könnte die Burg ins Abseits geraten sein, Schnittpunkt der Ver­kehrswege war längst die Burg Trephenau bzw. die „Neue Stadt“.

Mit dem Erlöschen der Herren von Wöhr sowie dem Wegfall der Amts- und Straßenfunktion verlor die Birg ihre Bedeutung und wurde dem Verfall preisge­geben.

 

Eduard Albrecht, Stadtheimatpfleger

Die Burg zu Irnsing

Eine Burg wird erstmals 1458 als „Sitz“ erwähnt. Der Grund zur Errichtung einer Burg dürfte der Donauübergang gewesen sein, der sich bis ins späte Hochmittelalter  bei Irnsing befand. Über den Standort sind sich die Historiker uneins. Die einen favorisieren den Standort bei der Kirche, andere vermuten diesen beim späteren Schloss. 

So spärlich die Nachweise der Burg sind, gibt es aber etliche frühe Belege über den Ortsadel. Schon 1089 lesen wir von einem Bertold und Ekkihard von Irnsing. Im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts bezeugen Heinrich, Macili, Kunibert und Babo von Irnsing eine Münchsmünsterer Tradition. Um 1142/58 sind Wieman und Reginbod von Irnsing bei der Abfassung eines Dokuments dabei. Um 1155/56 hören wir von Otto von Irnsing, 1158 von Werner von Irnsing, ca. 1181 von Willihalm von Irnsing. Um 1263/67 gibt Abt Bruno von Weltenburg einem Heinrich zu Irnsing ein Klostergut daselbst zu Leibrecht. Welche Herren über diesen genannten Ortsadeligen standen, kann nicht gesagt werden.

Nach einer Quellenlücke von 90 Jahren kennen wir noch Ulrich den Wimmer von Irnsing, der wie die meisten Wimmer ein Dienstmann der Herren von Abensberg war.    

Spätestens 1375 sitzt ein aus Pförring stammendes Geschlecht auf der Burg, zuerst Hans der Pfergner, der 1391 mit der „ganzen Gmain eine Frühmeß zu Irnsing stiftet“. 1404 wird „Hans Pfergner von Irn­sing der Junge“ erwähnt, ab 1445 bis 1472 der  „edle und veste Wil­helm Pferringer zu Irnsing.

 Nach dem edlen Wilhelm Mondorfer, der nur 1480 genannt wird, folgt die Familie der Prändl. Stammvater soll ein sich seit 1344 nach Irnsing benennender Otto Prändl sein, von welchem der Reihe nach Otto, Ulrich, Wilhelm sowie ein weiterer Wilhelm und Jakob ab­stammen. Jakob, der 1546 die Hofmark Hagenhill erhält, nennt sich seither Jakob von Irnsing zu Hagenhill. Auf Jakob folgt 1538 und 1539 erwähnte Georg Prändl, Pfleger zu Neustadt, danach dessen Sohn Wolf Georg Prändl.  Sohn Hans Georg, der 1592 Kunigunde Ster heiratet, kauft 1603 von den Brüdern seiner Frau den Sitz Hien­heim.

Nach dem Tod von Hans Georg Prändl im Jahre 1604 erben die Witwe und die Kinder Wolf Bernhard, Hans  Georg, Maria, Anna, Barbara und Kunigunde den Sitz. Ab 1630 gehört die­ser nach erfolgter Erbteilung mit seinen Schwestern Wolf Bernhard alleine. Ca. 1665 folgt Sohn Adam Franz, ein kurbayerischer Hofrat, welcher 1677 dann das heute noch bestehende Schloss errichtete.

Eduard Albrecht, Stadtheimatpfleger

Die Heiligenstätter

Heiligenstadt: Verkehrsknotenpunkt und Zollstelle

Der nicht unbedeutende Ort Heiligenstadt lag an der Kreuzung der Straßen nach Landshut und Regensburg und daher ein Verkehrsknotenpunkt an dem wohl Händler, Kaufleute, Handwerker und Bauern lebten.

Zur Kontrolle und Beherrschung solcher Straßen und Knotenpunkte wurden häufig Turm­hügel, Burgen oder sogenannte ebenerdige Ansitze errichtet. Ein „befestigtes Haus“ dürfte somit auch in Heiligenstadt gestanden haben.

Nach der Gründung von Neustadt im Jahr 1273 durch Ludwig dem Strengen und der damit höchstwahrscheinlich erzwungenen Verlegung der "Landshuter Straße" sank jedoch die Be­deutung des Ortes.

Die Reichsherren von Abensberg, zu deren Herrschaftsbereich Heiligenstadt gehörte, verlo­ren somit einen wirtschaftlichen Kristallisationspunkt und gute Einnahmequellen.

 

Die Heiligenstätter

In schriftlichen Quellen wird Heiligenstadt erstmals 1172 als Na­mensbe­standteil bzw. als Herkunftsbezeichnung von Personen „de sancto loco“  (=  der heilige Ort,  also von Heiligenstadt) auf­geführt:

Mit der Nennung des Zöllners Berthold, in einer Schenkungsur­kunde von 1220 zugunsten des Klosters Weltenburg ist eine Zoll­stätte in Heiligen­stadt belegt, die, wie wir bereits wissen, nach  Neustadt verlegt wurde.

1326 nennt ein Urbar einen Meingotus  aus „Heiligenstat“ als zum Ge­richt Altmannstein zu­gehörig.

In einer Urkunde von Ulrich von Abensberg von 1327 wird eine Elsbeth, des „Heyligensteter Toch­ter“, genannt.

1352 tritt ein Konrad der „Heyligsteter“ als Zeuge eines Rechtsgeschäftes auf.

1418 übernimmt der Abensberger Ministeriale Ulrich der Heiligenstetter die Abensberger Burg in Hienheim als Lehen. Dieses geht 1467 an dessen Sohn Ulrich über, Bruder Caspar wird 1481 im Friedhof von Hienheim begraben. 1484 werden Kaspar und Paul die Heiligens­tetter genannt. Mit der Heirat Magdalenas (zweite Ehe im Jahre 1516), der Tochter Pauls, endete die Lehenschaft der Heili­genstetter in Hienheim.

Eduard Albrecht, Stadtheimatpfleger

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