Historische Entwicklung: Neustadt an der Donau

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Historische Entwicklung

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Geschichte der Stadt Neustadt a.d.Donau

Die Stadt, welche in ältesten Zeiten Säligenstadt, später Nova Civitate, Niunstat, Niwenstat und Newstadt genannt wurde, fiel bei der Nutzteilung der Herzöge von Bayern im Jahre 1255 Herzog Ludwig II. dem Strengen von Oberbayern zu. Zur Sicherung des Donauüberganges und der Grenze gegen Niederbayern verlieh dieser dem Ort Säligenstadt am 11. Mai 1273 das Stadtrecht. Um die „neue Stadt“ möglichst rasch zu heben, wurde ihr Bevölkerung zugeführt und dieser alle „erdenklichen Vorteile“ zugesichert, „wie sie überhaupt Städtebewohner damals nur besessen“. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurden Neustadt immer wieder Freiheiten und Privilegien von den bayerischen Herzögen verliehen. 

Mehrere mit der Rohheit der Faustrechtszeit geführte Fehden waren der Anlass, dass die Bürger ihre Stadt schon bald nach der Gründung mit einer Ringmauer umgürteten. Drei Tore führten aus der Stadt. Das Abensberger Tor, das Maurer oder Ingolstädter Tor und das Donautor. Diese wurden zwischen 1806 und 1894 niedergelegt. Von den anderen Befestigungstürmen sind im Osten der Rundturm, im Süden der Lugaus- und im Westen der Krebsturm noch gut erhalten. Auch Reste der alten Stadtmauer sind noch zu sehen. 

Der Stadtkern ist eine typisch wittelsbachische Anlage in quadratischer Form mit einer Seitenlänge von 300 Metern. Er ist durch eine Hauptstraße von Süden nach Norden in zwei gleiche Hälften aufgeteilt und wird durch eine marktplatzähnliche Querachse, Stadt- und Kirchplatz, in der Mitte unterbrochen.

Schon bald nach ihrer Gründung hatte die Stadt schwerste Schicksalsschläge zu erleiden. Im Februar 1317 brannte sie nieder; der Streit unter den Herzögen brachte manche Überfälle (1395 und 1421); Pest, Hunger, Flamme und Schwert im Dreißigjährigen Kriege hatten die Bevölkerung in der Stadt und der Umgebung auf ein Drittel dezimiert, die Stadt wurde zerstört, die Häuser waren leer und verlassen; fast jährlich hereinbrechende Hochwasser überfluteten das Land und schufen Not unter der immer wieder fleißig aufstrebenden Bevölkerung. In den kriegerischen Jahren 1740 bis 1743, 1796 und 1800 mit ihren Plünderungen und Erpressungen aller Art wurden der Stadt schwerste Kontributionen auferlegt. In diesem ständigen Leidensweg konnte sie sich niemals richtig aufwärts entwickeln.

Vom 25. bis 28. April 1945 wurde die Stadt im Kriegsgeschehen wiederum zu 70 % zerstört. Mit Fleiß und gutbürgerlichem Zusammenstehen wurde sie in wirtschaftlich schwerster Zeit wieder aufgebaut.

Erst durch die Hochwasserfreilegung von 1956 bis 1958 konnte die Stadt zivilisatorisch erschlossen, Baugebiete ausgewiesen und Industriebetriebe angesiedelt werden. Neustadt ist seit 1964 Sitz der größten Erdölraffinerie Bayerns, die sich 1998 mit den Nachbarraffinerien in Ingolstadt und Vohburg zur „Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH“ zusammenschloss. Durch die permamente Ausweisung von Gewerbeflächen siedelten sich in Neustadt auch zahlreiche Handwerks- und Industriebetriebe wie der Schaltkastenhersteller Intertec GmbH (gegründet 1945) und der Gelegeproduzent Kirson (gegründet 1964) an, der zum Jahresende 2018 in Saint-Gobian Adfors Deutschland GmbH umfirmierte. Einen großen industriellen Aufschwung nahm Neustadt vor allem seit Mitte der 1980er Jahre durch die Ansiedlung der Automobilzulieferfirmen MAHLE BEHR GmbH,& Co.KG, Yanfeng Germany Automotive Interior System Limitet &G Co.KG (früher Deutsche FIBRIT GmbH, bzw. Johnson Control) und SMP Deutschland GmbH (früher Peguform) sowie der steten Expansion des Medizinproduzenten Covidien Deutschland GmbH (vormals Tyco Healthcare Deutschland GmbH, bzw. Kendall). Ein weiterer innovativer Arbeitgeber ist die Firma Scheugenpflug die sich als Spezialist für Klebe-, Dosier- und Vergusstechnik zum weltweiten Marktführer entwickelt hat. Durch diese rasante wirtschaftliche Entwicklung sind in den letzten 30 Jahren ca. 6.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Stark getroffen wurde Neustadt a.d.Donau von der Hochwasserkatastrophe 1999. Nach einem Dammbruch am 24. Mai 1999 waren in Neustadt und den Ortsteilen Bad Gögging, Eining, Hienheim, Irnsing und Sittling insgesamt ca. 700 Wohnhäuser und zahlreiche Gewerbebetriebe, teilweise bis zu zwei Meter, überflutet. Große Gebäudeschäden verursachte dabei vor allem das ausgelaufene Heizöl.

Neustadt a.d.Donau ist eine liebenswerte Kleinstadt mit einem anerkannten Heilbad im Ortsteil Bad Gögging. Eine gesunde Mischung zwischen gewerblicher Wirtschaft und einem modernen Kur- und Wellnessbetrieb mit vielen Arbeitsplätzen sichert der Stadt einen gewissen Wohlstand.

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