Aktuelles: Neustadt an der Donau

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Demokratie gemeinsam erleben

Erstelldatum02.10.2026

Rund 200 Menschen besuchten die Lange Nacht der Demokratie.

Rund 200 Menschen besuchten die Lange Nacht der Demokratie im Neustädter Bürgersaal

Großer Zuspruch für die „Lange Nacht der Demokratie“ in Neustadt an der Donau: Rund 200 Besucherinnen und Besucher kamen am Freitag, 2. Oktober 2026, in den Bürgersaal. Die „Lange Nacht der Demokratie“ ist eine bayernweite Initiative, die demokratische Werte sichtbar und erlebbar macht. In Neustadt an der Donau wurde das durch das Engagement gleich mehrerer Projektpartner möglich: die Kindergärten, die Grundschule, die Anton-Balster-Mittelschule, die Musikschule, die Stadtbücherei, die Städtischen Volkshochschulen Abensberg und Neustadt an der Donau, den Kreisjugendring sowie den Bezirksjugendring. Die Fäden liefen dabei bei Monika Weber zusammen, die bei der Stadt Neustadt für Generationenarbeit und Teilhabe verantwortlich ist. Doch nicht nur die Beteiligung auf Seiten der Projektpartner war enorm, sondern auch der Zuspruch, den die Veranstaltung erhielt. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal zeigte eindrucksvoll, wie groß das Interesse an Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe in Neustadt ist.

Demokratie beginnt im Alltag

Zu Beginn begrüßte Zweiter Bürgermeister Günter Schweiger die anwesenden Gäste, darunter Menschen unterschiedlicher Generationen – insbesondere zahlreiche Kinder und Jugendliche und deren Eltern – sowie Mitglieder des Stadtrates. In seiner Ansprache unterstrich Schweiger, dass Demokratie nicht nur in politischen Institutionen stattfindet, sondern im täglichen Miteinander gelebt werden muss: „Demokratie beginnt nicht erst in Parlamenten oder Rathäusern. Sie beginnt im Alltag: Wenn wir einander zuhören, fair miteinander streiten, andere Perspektiven respektieren und gemeinsam nach Lösungen suchen.“

Kinderrechte sichtbar machen

Bereits ab 16 Uhr herrschte im Bürgersaal reger Betrieb. In der Bücherecke stöberten Kinder und Erwachsene gemeinsam in einer vielfältigen Auswahl an Büchern, die Büchereileitung Carmen Glück eigens für diesen Tag ausgewählt hatte. Eine eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Fotoausstellung rückte die Kinderrechte in den Mittelpunkt. Porträts von Kindern der Neustädter Kindergärten, die Yvonne Schmid ermöglicht hatte, wurden mit persönlichen Aussagen verbunden – etwa zum Recht auf eine gesunde Umwelt, auf Freundschaften, auf eine eigene Meinung sowie auf Spiel und Freizeit. Die Ausstellung gab den jüngsten Mitgliedern der Gesellschaft sichtbar eine Stimme und regte viele Gäste zum Innehalten und zum Austausch an. Und wer wollte, konnte gleich nebenan an einer der Bastelstationen, die von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern betreut wurden, zum Beispiel Friedenstauben bemalen oder Badges basteln.

Junge Menschen gestalten das Programm

Auch die Mittelschule beteiligte sich mit eigenen Beiträgen am Programm. In mehreren Filmbeiträgen stellten die Schülerinnen und Schüler bislang wenig bekannte Komponistinnen vor. Gezeigt wurden zwei Porträtfilme über Fanny Hensel und Clara Schumann. Ein Rap, der Teil des umkomponierten Kitschkrieg-Stücks „Du bist gut genug“ ist, setzte sich mit Clara Schumanns Leben und dem Thema Gleichberechtigung auseinander. Schülerinnen und Schüler gestalteten außerdem die Inszenierung mit und setzten mit Plakaten ein sichtbares Zeichen für Gleichberechtigung. Damit griffen sie das Thema des Abends auf zeitgemäße Weise auf und machten deutlich, wie viele bedeutende Frauen in der Musikgeschichte lange kaum wahrgenommen oder gewürdigt wurden und regten so auch zum Nachdenken über Gleichberechtigung im Jahr 2026 an.

Ein besonderer Blickfang vor der Bühne war nicht nur das von Gabriele Donder-Langer gestaltete Bühnenbild, sondern auch die von der Grundschule gestaltete Friedenstreppe. Mit ihren farbenfrohen Stufen setzte sie ein sichtbares Zeichen für ein friedliches und respektvolles Miteinander und spiegelt das dort gelebte Konzept der „Streitschlichter“ wider.

Musikalisch brachten sich auch der Naturkindergarten und die Musikschule ein. Pia Melzl vom Naturkindergarten hatte eigens für die Veranstaltung das Lied „Ich habe eine Stimme“ komponiert, das sie gemeinsam mit den Kindern aufführte und das für lang anhaltenden Applaus im Bürgersaal sorgte. Ein Schüler der Musikschule präsentierte außerdem ein Werk von Clara Schumann und ließ die Musik der bedeutenden Komponistin unmittelbar erklingen.

Vergessene Komponistinnen im Rampenlicht

Den Rahmen für all diese Beiträge bildete das interaktive Konzert „Unsichtbare Frauen – Vergessene Komponistinnen im Rampenlicht“. Mit Live-Musik, szenischen Darstellungen, historischen Kostümen und einer farbenfrohen Bühnenkulisse holten die Mitwirkenden rund um Maria Gruber bedeutende Frauen der Musikgeschichte aus dem Schatten. Im Mittelpunkt standen unter anderem Maria Anna Mozart, Hildegard von Bingen, Clara Schumann und Lili Boulanger; auch die Komponistin Fanny Hensel wurde in den begleitenden Darstellungen aufgegriffen. 

Die starke Resonanz des Publikums im nahezu voll besetzten Bürgersaal machten deutlich, dass das Veranstaltungskonzept Menschen aller Altersgruppen erreichte. Das Zusammenspiel aus Ausstellung, Büchern, kreativen Angeboten, Musik und Beteiligung eröffnete unterschiedliche Zugänge zu demokratischen Werten und schuf viele Gelegenheiten für Begegnung und Gespräch. Organisatorin Monika Weber von der Stadt Neustadt an der Donau zeigte sich angesichts des großen Zuspruchs stolz und glücklich. Sie bedankte sich herzlich bei allen Mitwirkenden, Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern sowie bei den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die zum Gelingen dieses besonderen Abends beigetragen hatten.

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