Hauptbereich
111.000 Regentonnen Schutz für Hienheim

Eine gewöhnliche Regentonne fasst 100 Liter Wasser. Das neue Regenrückhaltebecken am westlichen Ortsrand von Hienheim kann dagegen rund 11,1 Millionen Liter aufnehmen. Das entspricht dem Fassungsvermögen von 111.000 Regentonnen. Für die Stadt Neustadt an der Donau ist diese enorme Speicherkapazität vor allem eines: eine wichtige Investition in die Sicherheit der Hienheimer Bürgerinnen und Bürger.
Nach rund einem Jahr Bauzeit ist das Regenrückhaltebecken nun vollständig fertiggestellt. Damit steht Hienheim jetzt ein zentraler Baustein für den vorbeugenden Schutz vor Starkregen zur Verfügung. „Wir haben hier nicht einfach ein großes Erdbecken gebaut, sondern ganz konkret in die Sicherheit Hienheims investiert“, erklärt Neustadts Erster Bürgermeister Thomas Memmel. „Starkregen lässt sich nicht verhindern. Aber wir können Vorsorge treffen und dafür sorgen, dass große Wassermengen kontrolliert zurückgehalten werden, bevor sie für die Menschen im Ort zur Gefahr werden. Genau das leistet das neue Regenrückhaltebecken.“
Große Wassermengen kontrolliert zurückhalten
Starkregen hat Hienheim in der Vergangenheit bereits mehrfach vor große Herausforderungen gestellt. Insbesondere bei intensiven Regenfällen sammelt sich aus dem westlich gelegenen Einzugsgebiet des Westertals in kurzer Zeit eine erhebliche Menge Oberflächenwasser. Das Wasser fließt in Richtung Ortsmitte, wo der Regenwasserkanal beginnt. Bei außergewöhnlich großen Wassermengen kommt dieser jedoch an seine Grenzen.
Genau hier setzt das neue Regenrückhaltebecken an. Es liegt im Westertal auf einer rund 6.400 Quadratmeter großen Fläche und verfügt über ein Rückhaltevolumen von rund 11.100 Kubikmetern. Bei Starkregen kann dort künftig ein Teil der Wassermengen aus einem Einzugsgebiet von rund 120 Hektar zwischengespeichert und anschließend kontrolliert abgeleitet werden. Das Rückhaltebecken schafft damit zusätzlichen Puffer und entlastet das bestehende Entwässerungssystem. Das Ziel: Große Wassermengen sollen möglichst nicht unkontrolliert in Richtung der bebauten Ortsbereiche gelangen.
Ein Jahr Bauzeit und rund 13.000 Kubikmeter Boden
Der Baubeginn erfolgte im August 2025. In den ersten Wochen standen umfangreiche Erdarbeiten auf dem Programm. Insgesamt wurden rund 13.000 Kubikmeter Boden bewegt und mit zahlreichen Lkw-Fahrten abtransportiert. Parallel dazu waren Bodenproben und entsprechende Laboruntersuchungen erforderlich. Anschließend wurde der erforderliche Damm hergestellt. Bereits im Herbst 2025 konnte außerdem mit dem Bau des Drosselbauwerks begonnen werden.
Anfang Dezember mussten die Arbeiten aufgrund der Witterungsverhältnisse zunächst für das Jahr eingestellt werden. Für die Stadt und alle am Projekt Beteiligten war dabei klar: Die Arbeiten sollten im Frühjahr so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, damit das Becken rechtzeitig vor Beginn der Starkregensaison betriebsbereit ist. Im März 2026 ging es auf der Baustelle weiter. Im April folgten unter anderem die Pflasterarbeiten, sodass das Becken Ende April als betriebsbereit hergestellt werden konnte. Im Mai wurden die vorgesehenen Flächen mit einer Nassansaat begrünt.
Rücksicht auf die Landwirtschaft
Die letzten Arbeiten wurden bewusst mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten koordiniert. Die ursprünglich für Juli vorgesehenen Asphaltarbeiten wurden aufgrund der Erntezeit in den August verschoben. Im August konnte das Projekt schließlich vollständig abgeschlossen werden, die offizielle Abnahme des fertiggestellten Regenrückhaltebeckens erfolgte im September. Zum erfolgreichen Abschluss des Projekts trug die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten bei. Für die Umsetzung des Projekts erhielt die Stadt Neustadt an der Donau zudem eine Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung.
Nachhaltiger Schutz ohne Flächenversiegelung
Bei der Umsetzung wurde darauf geachtet, den Eingriff in Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten. Die Fläche des Rückhaltebeckens wird nicht versiegelt. Der natürliche Wasserlauf bleibt unberührt.
Mit der Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens setzt die Stadt Neustadt an der Donau ihren Weg beim vorbeugenden Hochwasser- und Starkregenschutz fort. Das Ziel bleibt, die Stadt und ihre Ortsteile bestmöglich auf zunehmende Wetterextreme vorzubereiten und die Risiken für Menschen, Gebäude, Straßen und landwirtschaftliche Flächen zu reduzieren.



